Keramik

Das freundliche Material Ton

Der in der Natur vorkommende Ton besteht aus feinem Steinmehl oder Mineralpulver und kann Wasser sehr gut speichern. Je nach Zusammensetzung besitzt er unterschiedliche Feinheitsgrade vom groben Schamott über Steinzeug bis zum feinsten Porzellan. Der von mir überwiegend verwendete Ton kommt aus dem Westerwald und ist sogar frostbeständig. Mit Wasser vermischt lässt er sich leicht mit den Händen formen und kneten, was auch unsichere Anfänger anregt und motiviert. Einfache Werkzeuge helfen beim Gestalten. Die Formenvielfalt ist grenzenslos. Nur der Brennofen gibt vor, bis zu welcher Größe geformt werden kann.

 

Der frische Ton muss nach dem Gestalten zunächst gleichmässig durchtrocknen, damit er keine Risse bekommt. Das kann oft sogar mehrere Wochen dauern. Danach wird er im Brennofen gebrannt und verändert je nach Beschaffenheit seine Farbe hin zum Ocker oder zum typischen Backsteinrot. Viele Objekte sehen in diesem Zustand schon sehr schön aus, sind auch schon unverwüstlich, aber noch nicht wasserfest. Unglasierte Blumengefäße speichern viel Feuchtigkeit und geben sie langsam wieder an die Pflanze ab.

 

Die kunstvolle Glasur

Im nächsten Schritte folgt das Glasieren - eine Kunst für sich und immer wieder überraschend! Mit verschiedenen Glasuren kann man die Oberfläche versiegeln und optische Akzente setzen. Die flüssige Glasur lässt sich gut mit dem Pinsel auftragen, sie sieht aber noch stumpf und pastellig aus. Erst im Brennofen entsteht die farbintensive, glatte Oberfläche. Wie das Ergebnis nach dem Brennen wird, wissen auch die erfahrendsten Keramiker nicht mit Sicherheit vorherzusagen. So bleibt das Arbeiten mit Keramik immer ein bischen spannend.